Die Siedlungen Gartenstadt-Falkenberg und Schillerpark-Siedlung waren die Antwort auf die schlechten Wohnverhältnisse in den Berliner Mietskasernen der Kaiserzeit und auf die Wohnungsnot nach dem ersten Weltkrieg. Erbaut wurden die Wohnsiedlungen von dem deutschen Architekten Bruno Taut, der als Vertreter des „Neuen Bauens“ in den 1920er Jahren durch den Bau von Berliner Großsiedlungen bekannt wurde. Damals wie heute sind die beiden Wohnanlagen in genossenschaftlichem Besitz.
Warum Weltkulturerbe?
Am 7. Juli 2008 hat das
UNESCO-Welterbekomitee sechs Siedlungen der Berliner Moderne in die Welterbeliste aufgenommen. Die UNESCO honoriert damit insbesondere den sozialpolitischen Reformbeitrag der Siedlungen: Sie schafften gesunde, menschenfreundliche Wohn- und Lebensverhältnisse für breite Bevölkerungsschichten. Die „qualitätsvolle Baukunst, die moderne Formensprache, die funktionalen Wohnungsgrundrisse und die städtebaulichen Figuren der Siedlungen“ waren einzigartig und wegweisend für den sozialen Wohnungsbau des 20. Jahrhunderts in Europa.
Als Eigentümerin der beiden Weltkulturerbe-Siedlungen investiert die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG bereits seit vielen Jahren in die denkmalgerechte Instandhaltung der Wohnanlagen. Der gute Erhaltungszustand war einer der Gründe für die Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO.